Geben und Nehmen

Ich bin eine Reisende … eine Wanderin zwischen den Räumen, den Schichten und Geschichten…  Da jeder von uns nur für eine absehbare Zeit hier ist, habe ich mich entschieden auf meiner Reise als Künstlerin unterwegs zu sein. Kunst zu machen ist für mich, als wenn mir Worte gereicht werden, um Inneres nach außen zu bringen. Oder Antworten auf Fragen zu finden, die in mir umgehen. Fragen, die in mir hausen wie ein unruhiger durstiger Gast, der auf der Suche nach einemWeiterlesen

Geschichten, die man über sich erzählt

Jeden Tag erzählen wir uns Geschichten. Geschichten vom geglückten oder misslungenen Leben, vom Leben, dass aus der Bahn läuft oder gar nicht so recht in Schwung kommen will. Was, wenn nicht nur das Leben unsere Geschichten hervorbringt, sondern auch die Geschichten unser Leben und Erleben erzeugen? Dann wäre das Umerzählen oder Neuerzählen unserer Geschichte die Umgestaltung unseres Lebens! Seit Kindertagen an werden uns Geschichten erzählt. Über uns, unsere Familie, die Ahnen, die Nachbarn, über die Welt. Manches wird vom ErzählerWeiterlesen

Auf der Schwelle

Was für ein denkwürdiges und herausforderndes Jahr doch hinter uns liegt. Für uns Alle war 2020 ein Jahr mit tiefgreifenden Auswirkungen auf unser alltägliches Leben und Miteinander. Es gab Momente des Lichts und Momente der Dunkelheit, Momente mit Leichtigkeit und Momente der Schwere, es gab die Suche nach Wahrheit und die Frage nach Täuschung, es gab das Bedürfnis nach Halt und die Erfahrung des Loslassens . Es gab den Wunsch nach Orientierung und das Lernen von Flexibilität. Persönliche Verbindungen zuWeiterlesen

Magie der Raunächte

Durch die Stille und Dunkelheit dieser Tage öffnet sich für mich ein Raum von besonderer Zeitqualität. Eine Schwellenzeit. Die Natur ist an ihrem dunkelsten Punkt des Jahreslaufes, bevor alles wieder von Neuem beginnt. Ich fühle mich an diesen Tagen entrückt, wie auf einer Transitreise zwischen dem Alten, das noch nicht ganz abgeschlossen und dem Neuen, das gerade noch seine Kraft zum Aufbruch sammelt und seine Ausrichtung finden möchte. Die Zyklen des Lebens und der Natur waren unseren Ahnen sehr nahWeiterlesen

Was geht – was bleibt

Momentan packe ich Umzugskartons. Ich stehe also vor der entscheidenden Frage: Was geht-was bleibt? Was hat Bestand und findet Einlass im meinen nächsten Lebensabschnitt, was bereichert – was belastet nur noch. Platz schaffen, abwägen welche Erinnerung mit den Dingen gespeichert sind, loslassen oder bewahren. Ich erlebe das auch als geistige Reinigung, wie gemacht für den Jahresanfang. Plötzlich halte ich inne, ich erinnere mich an das Erlebnis vor einem halben Jahr als ich in Berlin, am Mauerparkflohmarkt unter einem Tisch, einenWeiterlesen

Aschenputtel brennt

Ja, es gibt ihn, den Aschenputtel-Anteil in mir. Er zeigt sich immer dann, wenn ich das Gefühl für die eigene Würde verliere und mich in der scheinbar erdrückenden Macht der Widerstände in der äußeren Welt, selbst aufgebe. Ich fühle mich dann wie steckengeblieben, sitzen gelassen in der Asche am Herd mit dem erdrückenden Gefühl, das eigene Lebensfeuer im Keim ersticken zu sehen. In mir nagt fortwährend ein Konflikt.  Die verheißungsvolle Sehnsucht zu etwas „Königlichen“ bestimmt zu sein; erwählt werden zuWeiterlesen

LOSLASSEN

  Leere macht sich breit in mir…… Wohltuende Leere. Ich fühle mich erleichtert und erlöst. Tag für Tag gewinne ich mehr Leichtigkeit und Lebensfreude. Absehbar war das am Anfang gar nicht. Es benötigte eher das Gefühl Selbstüberwindung in Verbindung mit der Fähigkeit zu leiden. Ich stecke gerade mitten in einer Fastenwoche in einem Kloster in der Schweiz. Jeder der schon einmal heilgefastet hat, weiß wovon ich spreche. Folgende Szenerie: Eine Gruppe von Menschen sitzen am Tisch und trinken literweise BrennnesselWeiterlesen

Working with the given

Wie kann ein Leben gelingen? Wie richte ich mich neu aus? Welche Feinjustierungen oder radikalen Einschnitte braucht eine Veränderung? Welche Umbrüche sind nötig? Beim Sichten und Ordnen der neuen Einsichten und Draufsichten auf mein Leben, und der Frage des Einbettens  in meinen Alltag, stieß ich eher durch Zufall auf die alte, japanische Patchworktechnik „Boro“. Die Boro-Technik, etwa zweihundert Jahre alt, ging aus großer Armut und Knappheit hervor, um die zerschlissene Arbeitskleidung der japanischen Reisbauern immer und immer wieder zu reparieren.Weiterlesen

Ankommen

Ankommen kann nur jemand, der vorher aufgebrochen ist. „Aufgebrochen“, ein Wort mit spannendem, doppeldeutigem Sinn. Aufgebrochen, und damit für mich erlebbar geworden ist so einiges auf meiner Reise durch Indien. Verkrustungen gelöst, Neues offenbart. „Alle Reisende haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt“- Matin Buber Was habe ich gesucht – was habe ich gefunden? Da lockte erstmal die Auszeit – Abstand zwischen mich und mein alltägliches Leben zu bringen. Erlebt habe ich eine Anderszeit, in der ich eine AndereWeiterlesen

Happy ONAM

Als wir vor drei Wochen bei Dämmerung in Varkala eintrafen, hätte man meinen können, wir passieren in der Vorweihnachtszeit amerikanische Städte. Überall dick mit Lichterketten dekorierte Häuser und Straßenzüge. Ein blinkendes  Lichterspektakel vom Feinsten. Oh je, was ist hier los? Oder noch schlimmer:  sind wir in so einer Spielhöhlengegend gestrandet? Etwas beruhigt haben uns die riesigen Blütenteppiche an den Straßen und auf größeren Plätzen – nicht mehr ganz frisch, doch die prachtvollen Muster und die Mühe, mit der sie gelegtWeiterlesen