Working with the given

Wie kann ein Leben gelingen? Wie richte ich mich neu aus? Welche Feinjustierungen oder radikalen Einschnitte braucht eine Veränderung? Welche Umbrüche sind nötig?

Beim Sichten und Ordnen der neuen Einsichten und Draufsichten auf mein Leben, und der Frage des Einbettens  in meinen Alltag, stieß ich eher durch Zufall auf die alte, japanische Patchworktechnik „Boro“.

Die Boro-Technik, etwa zweihundert Jahre alt, ging aus großer Armut und Knappheit hervor, um die zerschlissene Arbeitskleidung der japanischen Reisbauern immer und immer wieder zu reparieren. Dabei wurden Löcher und Risse nicht einfach nur zusammengeflickt, sondern kunstvoll, voller Ästhetik Stich für Stich mit viel Zeitaufwand zu neuer Schönheit gebracht. Dadurch wurde die Technik zum Ausdruck von Einfallsreichtum, Kunstfertigkeit und Kreativität. Wieviele Stunden und Tage dadurch in den Erhalt und die Wiederherstellung der Arbeitskleidung flossen, ist nicht zu messen. Bewunderer von „Boro“ sprechen von materialgewordener Zeit.

Liebe und Hingabe gilt als kostbarste Zutat der Handwerkstechnik – Recycling in Perfektion. Und ist das nicht die perfekte Metapher für ein Leben mit gelingendem Wandel?

Wenn ich mein Leben als Kleidungsstück sehe, ist es dann eher Arbeitskleidung oder Festtagsgewand? Was fühlt sich behaglich und bequem an? Wo ist es einengend und schon eher verschlissen?

Mir mal die Zeit nehmen, mit Sorgfalt und Hingabe alles genau zu begutachten, um dann Stich für Stich mit Liebe, neue Farben und Muster einzuweben. Nichts muss entsorgt oder weggeworfen werden. Ich gebe mir die Zeit zum Werden und neu Gestalten. Stiche werden nicht verborgen, sondern mit weißem Faden als Zier zur Schau getragen. Denn wie bei der Borotechnik, steht das Konzept meines Lebens für die Einzigkeit der Dinge und damit für das positive Bejahens allen Seins.

WORKING WITH THE GIVEN – EBEN……

2 Antworten zu Working with the given

  1. Sabine sagt:

    diese Sichtweise gefällt mir sehr gut. Heißt ja, dass alles vorhanden ist, manchmal lohnt es sich eben, mal ein wenig zu Renovieren, Dinge neu zu betrachten, eine kleine Veränderung reicht aus, um vieles wieder schön zu machen…das gibt Mut, zu wissen, dass eigentlich alles vorhanden, verfügbar ist und es oftmals nicht viel braucht…danke

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  2. Monika sagt:

    Wunderbar wie liebevoll du in diesem Beitrag die Suche nach Veränderung und Sinn bildlich betrachtest. Was und vielleicht auch wer ist noch tragbar? Das alte wertschätzen, bunte oder weiße Fäden einflechten und neu verweben. Das gefällt mir.

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