Ankommen

Ankommen kann nur jemand, der vorher aufgebrochen ist. „Aufgebrochen“, ein Wort mit spannendem, doppeldeutigem Sinn.

Aufgebrochen, und damit für mich erlebbar geworden ist so einiges auf meiner Reise durch Indien. Verkrustungen gelöst, Neues offenbart.

„Alle Reisende haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt“- Matin Buber

Was habe ich gesucht – was habe ich gefunden? Da lockte erstmal die Auszeit – Abstand zwischen mich und mein alltägliches Leben zu bringen. Erlebt habe ich eine Anderszeit, in der ich eine Andere war. Seiten auslebe, die sonst wenig Platz, keine Erlaubnis haben, gehört und gezeigt zu werden. Die tief in mir sitzende Sehnsucht nach Lebendigkeit konnte in Indien über meine Erwartungen hinaus gestillt werden, das Land fordert das gerade zu heraus.

Was macht eine Reise mit dir? Was wird aus den Impulsen, die du bekommen hast?   Es ist Zeit Rückschau zu halten.

Wenn du sehr achtsam bist beim „Wiederlanden“ in deinem alten Leben, kannst du ähnlich wie aus einer METAposition Dinge wahrnehmen, Zusammenhänge begreifen, die du vorher nicht gesehen hast.

Eingelullt aus einer dicken, klebrigen Schicht aus Gewohnheit, Trägheit und Gleichgültigkeit versumpft so manches Leben im Alltäglichen. Jetzt bietet sich die Chance die ungeliebte Eintönigkeit und den faden Pragmatismus deiner Tage zu entlarven.

Und plötzlich siehst du ganz klar: „Aah, so funktioniert dein Leben, das macht dich aus“. Und dir wird recht schnell klar was überflüssig ist. In der Nachbetrachtung erscheint es manchmal geradezu lächerlich, wie lange du an manchen Dingen festgehalten hast.

Also nutze ich jetzt die Chance, dieses Gefühl der Fremdartigkeit gegenüber meinem Leben. Um mir dicht auf der Fährte zu sein, um mir auf die Spur zu kommen und die wunderbaren Möglichkeiten meines Lebens zu entdecken.

Ankommen- ein gewolltes Zurückkehren an den alten Platz in meinem Leben, aber auch die Geschichte vom Finden einer neuen inneren Heimat.

 

 

2 Antworten zu Ankommen

  1. Sabine sagt:

    Liebe Reisende oder besser liebe Ankommende,

    vielen Dank für Dein Teilhaben lassen an Deinen Gedanken…
    in Deinem Text ist sehr viel wahres drin. Mir „gefällt“ besonders die Stelle mit den verkrusteten Gewohnheiten…
    Es ist Frühjahr, alles bricht auf, wirklich alles? Manches bleibt wohl zu, ist noch nicht reif, tut weh, wird vergessen…
    Ganz, ganz lieben Dank für Deine Gedanken.
    Wünsche Dir weiterhin eine gute Auszeit mit vielen guten Neuigkeiten,
    Sabine

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    • Verfasser

      Liebe Sabine, danke für deine wohlwollenden Zeilen, ich steige jetzt wieder in die „Blogzug“ ein…. Und schaue mal wohin diese Reise geht…. Schön das es „Reisebegleitung“ gibt! Herzlich ANIA

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