Let´s play

Ein fünf Wochen währendes Spiel neigt sich straff dem Ende zu.
Loslassen heißt es jetzt vom unbefangenem Staunen und Sich-Treiben- Lassen. Pläne schmieden und dann etwas ganz anderes erleben. Dem einzigen Zweck folgend, dass es Spaß macht,  interessant oder neu ist.
Am Familienstrand in Cochi hab ich einer Lust nachgegeben, zu der ich mir zuhause nicht mehr die Zeit nahm, seit die Kinder  als Vorwand nicht mehr herhalten wollten.
Einen Drachen steigen lassen!
Es gibt einen Stand dort in Cochi, der einfache Lenkdrachen in Form von Adlern oder ganz schlichte Rauten anbietet.
Ich entscheide mich für einen Adler mit neonpinker Umrandung, weil ich dem einfach mehr Höhe zutraue, als so einer einfachen Raute und er sieht einfach ganz toll aus.
Und er steigt  wunderbarst in den indischen Himmel. Hinter mir versinkt die Sonne ganz langsam im Meer, selbstvergessen schaue ich dem Spiel mit Wind und Böen zu….
Was nicht in meinem Plan vorkommt, sind die zwei aufgeweckte Jungs mit so einem läppischen Rautendrachen, die meinen Adler von der Seite attackieren. Immer wieder versuchen sie, die Schnüre zu kreuzen und mit einem Ruck….saust mein toller Adler davon, noch ehe ich so richtig glauben kann, dass diese zwei süßen Burschen so fies sein können.
Und dann kichern die auch noch und ich schau wie ein getretener Hund….
Aber ich bin in Spiellaune und die lass ich mir nicht verderben, denn es wartet der große Sandkasten auf mich. Loslassen ist die Devise….
Na gut, dann bau ich eben eine Sandkuh….., ok. es sieht eher wie ein Elefant aus, was sich da unter meinen Händen formt. Ich bin grad mitten drin im enthusiastischen Buddeln, Festdrücken, Formen, da nähert sich eine Gruppe Jungs – oder besser ganz junge Männer, schätze mal so um die 16-20 Jahre und umkreisen mich.
Ich wittere schon eine neue Attacke, als ich ein kleinlautes…. „Oh, wie schön…dürfen wir mitbauen?“ höre. Hab ich richtig verstanden? Ich sag ja.
Was sich dann entspinnt ist ein gemeinsames Eintauchen in einen Raum ohne Altersunteschied, ohne Fremdheit, ohne Berührungangst…image.jpeg
Er ist schnell fertig der kleine Elefant mit Muschelaugen und einem etwas zu lang geratenem Rüssel.Die Freude über das gemeinsam Erschaffene ist echt und groß. Als hätten die kleinen Jungs in den Kerlen nur darauf gewartet, dass ihnen jemand mal wieder das Spielen erlaubt. Und als dann eine größere Welle den Elefanten mit sich nimmt, toben sie weiter in Sand und Wasser, ausgelassen, selbstvergessen….und ich schaue noch eine Weile beglückt zu.
Tagsdarauf entdecken wir bei der Abendrunde zum Strand einen wunderbaren Anker aus Sand….sehr fein gearbeitet und auch den nehmen die Wellen später mit, aber das macht nichts, denn es geht nicht ums Festhalten, sondern darum, im Augenblick ganz da zusein und wieder loszulassen, wenn es an der Zeit ist.

3 Antworten zu Let´s play

  1. Sabine sagt:

    ein so schöner Moment, bin gerührt, will ihn festhalten, aber OK, es geht ums Loslassen…alles Liebe

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s