Einmal Prinzessin

Es gibt ein kleines, aber lange verdrängtes Kindheitstrauma in mir, zu dessen Bewältigung diese Reise entscheidend beigetragen hat. Ich lade jetzt mal Alle ein, sich kurz an ihre Kindheit zurückerinnern. Stichwort: Kinderfasching ! Jetzt schwelgen Freundinnen von ihren goldenen Kronen, von den rosafarbenen Satinkleidern mit Glitzerbordüre, weißen Lackschuhen undsoweiter. Fast jede war mal Prinzessin oder zumindest Fee oder Elfe. Ich nicht! Wenn ich die rotstichigen Photos meiner Kindheit durchwühle, sehe ich mich als Clown, Squaw oder Cowgirl. Ich kann michWeiterlesen

Zeitzeichen

Mein deutsches Gemüt….ich bin erstaunt, wie stark es doch ausgeprägt ist….stößt sich hier in Indien oft an dem Verfall einstiger Pracht und der Vernachlässigung von Gebäuden. Aber genauso oft jubelt mein Künstlerinnenherz beim Anblick all der wunderbaren Spuren des Vergehens. Ich könnte mich niederknieen vor all den Fragmenten, die sich an jeder Ecke an Hauswänden, Werbetafel und Türen finden lassen. Eine schier unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Diese Dichte an Geschichte und Zeit, an Alltag und Moden. Mich juckt in denWeiterlesen

Weiblichkeit

Ich bin gerne Frau, mit Haut und Haar. Und sollte sich im Falle der Wiedergeburt die Möglichkeit ergeben, mitzureden, dann gerne wieder als Frau. Ich habe mit meiner Daseinsform nie gehadert. Außer in den Momenten, wenn Frauen eine Art von Stutenbissigkeit entwickeln. Allgemein auch als Zickenkrieg bekannt. Jede Frau kennt diese Situation unter Frauen. Meist ist es ein Taxieren: „Ist sie besser angezogen wie ich?“- „Hat sie eine bessere Figur als ich?“- „Ist sie beruflich erfolgreich, oder nur Mutter?“- Und wennWeiterlesen

ALTARZEITEN

Heilige Schreine, Pilger- und Straßentempel, Herrgottswinkel, Kraftorte der Besinnung, des Gebens und Nehmens. Ein in BERÜHRUNG kommen mit der göttlichen Energie. Hinspüren, zulangen, betasten, streicheln, liebkosen, die Stirn daran drücken, ein zärtlicher Kuss, sich tief verbeugen, Hände und Gesicht auf den Boden. Umschreiten des Allerheiligsten, Gaben darbringen, schmücken, beräuchern…. waschen, begiesen, salben. Mich berührt diese fast intime Beziehung der Hindus zu ihren Göttheiten sehr. Sie pflegen in ihrer Spiritualität eine Sinnlichkeit, die ich auf meinem spirituellen Weg verloren habe. VielleichtWeiterlesen

8 SAMKEIT

In Varanasi hing an jedem Shop außen das Touri-T-Shirt mit dem Aufdruck: NO TUKTUK NO RIKSHA NO SHOP NO BOAT NO SILK NO PROBLEMS Amüsiert darüber, fand ich es aber eher peinlich, mit so einem Teil rumzulaufen. Hier und Jetzt verrate ich Euch: „Es gab viele Momente, da hätte ich mir dieses T-Shirt gewünscht“- ich hätte dann souverän, je nach Anlass nur mit dem Zeigefinger auf die jeweilige Aussage getippt. Zum Beispiel, wenn  du auf einer Fußstrecke von 2 km,Weiterlesen

Sleeping beauties

Kräftiges Türkis, darüber ein Pistaziengrün, Stockflecken, Wasserspuren, ausgebesserte Stellen mit grauem Putz. Das Ganze hat dann wohl irgendwann vor 20 Jahren, vielleicht aber auch erst vor zehn in der neuen Trendfarbe – irgendwas zwischen Senfgelb und Orange – überstrichen. Regen, Wind, Salzluft und intensive Sonne haben auch diesem Anstrich bereits ordentlich zugesetzt. Das Haus steht in der Staße hinter der Fähranlegestelle und es könnte gut sein, dass es schon vor 200Jahren da stand. Genau wie all die anderen Häuser, dieWeiterlesen

Auf-LADEN

In Udaipur hatten wir einen Alkofen mit Fenster in unserem Zimmer. Wie Prinzessinnen in einem alten Maharadshapalast. Wir konnten vom 1. Stock all das Treiben auf der Straße beobachten, ohne das jemand uns bemerkt hat. So wurden wir stille Beobachter der Alltagsszenerie in unserer Straße und des kleinen Ladens gegenüber. So einen kleinen Laden gibt es millionenfach in Indien. Selbst in sehr abgeschiedenen Gegenden taucht plötzlich und unerwartet so ein kleiner Kiosk auf. Außen wehen meist kleine, bunte Chips- undWeiterlesen

Einmal melken bitte…

Touristin sein macht mir mir nicht so viel Spaß. Ich wäre einfach gern nur Reisende. Eine stille Beobachterin der lokalen Gegebenheiten. Eine Genießerin des Andersartigen, Fremden, Entdeckerin vergessener Schätze und ja – auch das eine oder andere Souvenier möchte ich kaufen. Das klingt einfach und ist doch so schwer. Das Angebot einer kleinen Sightseeingtour per Autorikscha in Fort Cochin, bei der ich mir einen kleinen Überblick über all die interessanten Highlights dieser Stadt verschaffen könnte, scheint eine entspannte, bequeme Sache zuWeiterlesen

Always searching

Frauen und ihre Handtasche sind ja für sich schon ein Mysterium. Ungeahnte Teile kommen beim Leeren zum Vorschein. Man will ja auf alle Fälle vorbereitet sein. Jeder der mich kennt, weiß das ich große Taschen bevorzuge, dementsprechend viel lässt sich darin entdecken. Wenn man auf Reisen geht, muss die Handtasche  miniziös gepackt werden, jede kleine Seitentasche genutzt, mit Sinnvollem gefüllt. Ein Mann kennt dieses Problem nicht, er hat meist seinen Geldbeutel und sein Smartphone in der Hosentasche, und mein Mann,Weiterlesen

Das Loch

Es hat mich erwischt. Ja, ich bin hineingefallen oder ich bin verschluckt worden. Jedenfalls saß ich fest im Dunkelen. Wie es dazu kam? Wir haben das Paradies verlassen ! Freiwillig, eigentlich unfassbar… Getrieben vom Entdeckergeist. Auf jeden Fall fand ich mich auf einem Trampelpfad in den Backwaters von Alleppey wieder. Schwerer Rucksack, die Sonne brennt vom Himmel, lädiertes Knie, im Bauch grummelte es verdächtig und niemand weiß so recht den Weg zu unserer Unterkunft. “ Die scheint ja wirklich sehr abgelegen“,Weiterlesen